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Rechtsanwaltskanzlei in Weilburg
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Trennungsunterhalt

Der Trennungsunterhalt gehört zu den wichtigsten Dingen, die direkt nach der Trennung geregelt werden müssen.

Sehr einfach erklärt, beträgt der Trennungsunterhalt 3/7 der Summe der Summe Einkünfte beider Ehegatten.

Allerdings sind viele Aspekte zu berücksichtigen, bevor der Betrag definiert ist, der den oben bezeichneten 3/7 zugrunde zu legen ist.

Vorweg abzuziehen sind z.B. Fahrtkosten zur Arbeitsstelle (0,30 €/km, für jeden gefahrenen Kilometer), laufende Darlehensbelastungen, Altersvorsorgebeiträge, Kindesunterhalt.

Hinzuzurechnen sind vor allem ersparte Mieten, wegen eigener Immobiliennutzung, und ggf. ein Firmenfahrzeug zu berücksichtigen.

Eine einfache Unterhaltsberechnung könnte ungefähr so aussehen (wenn der Ehemann in der gemeinsamen oder eigenen Immobilie lebt):

Sein Einkommen                                     € 3.000,00
zzgl. Wohnvorteil  wg/ eig. Immo.         €    330,00
zzgl. Firmen-Pkw                                     €    250,00
abzgl. Darlehensraten Haus                   €    600,00

Summe                                                     € 2.950,00

abzgl. Kindesunterhalt für ein Kind       €    370,00

Sein relevantes Einkommen                 € 2.580,00 


Ihr Einkommen                                       € 2.000,00
abzgl. Fahrtkosten 20 km                      €    220,00

Ihr relevantes Einkommen                     €    1.780,00

Der Bedarf der Ehefrau beträgt:      € 4.360,00 x 3/7     = € 1.869,00

abzgl.  6/7 ihres relevanten Einkommens                        = € 1.525,00

Der volle Ehegattenunterhalt beträgt                                €    344,00

Der Ehemann zahlt an die Ehefrau insgesamt € 714,00, nämlich€ 370,00 als Kindesunterhalt und € 344,00 als Trennungsunterhalt.


Der Selbstbehalt gegenüber einem Ehegatten beträgt € 1.200,00. D.h. ist das Einkommen gering oder die Belastungen hoch, so wird Ehegattenunterhalt nur bis zu einer Eigenbedarfsgrenze von € 1.200,00 geschuldet. Bleibt das Einkommen eines Ehegatten aufgrund geringen Unterhaltsanspruchs und fehlender Eigeneinkünfte hinter dem sozialhilferechtlichen Bedarf zurück, so hat dieser Ehepartner Anspruch auf Sozialleistungen, meist in Form von ALG-II. Selbstverständlich muss die mangelnde Leistungsfähigkeit des Ehepartners der Sozialbehörde nachgewiesen werden.

Eine Beispielrechnung könnte wie folgt aussehen:

Der Ehemann verdient                                 € 2.000,00
abzgl. Fahrtkosten 30 km                             €    330,00
abzgl. ehebedingte Darlehen                      €    300,00

Summe                                                           € 1.370,00

Sie verdient                                                    € 450,00
abzgl. Fahrtkosten                                         €   50,00

Summe                                                            € 400,00

Die Summe der Einkünfte beträgt € 1.770,00.

3/7 aus diesem Betrag sind € 758,00. Der Ehemann müsste also eigentlich € 758,00 - € 400,00 = € 358,00 an die Ehefrau zahlen. Damit würden ihm aber nur noch € 1.370,00 - € 358,00 = € 1.012,00, also weniger als € 1.200,00 verbleiben. Obwohl der theoretische Anspruch der Ehefrau also € 358,00 beträgt, schuldet der Ehemann nur Trennungsunterhalt in Höhe von € 170,00. Nämlich das, was er unter Berücksichtigung seines Selbstbehalts von € 1.200,00 zu leisten vermag. 


Die Details der Trennungsunterhaltsberechnung sind vielfältig und speziell. Bitte kommen Sie bei weiteren Fragen zum Trennungsunterhalt auf mich zu.